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Eberesche (Vogelbeere) Die
Vogelbeere oder Eberesche (Sorbus aucuparia) ist ein Laubbaum in der Gattung
Mehlbeeren (Sorbus). Andere Bezeichnungen sind Drosselbeere, Quitsche, oder
Krametsbeerbaum. Die Bezeichnung Speierling ist falsch, da so eine andere
Sorbus-Art benannt ist. Die Zugehörigkeit zur Unterfamilie der Kernobstgewächse
(Maloideae) kann man bei genauer Betrachtung der Früchte gut erkennen; sie
sehen wie kleine Äpfel aus. Der
Name Eberesche leitet sich vom altdeutschen "Aber" (wie in
"Aberglaube") und von "Esche" ab und rührt daher, dass
die Blätter jenen der Eschen ähneln, aber dennoch keine nähere
Verwandtschaft zwischen diesen Baumarten besteht.
Beschreibung
Die
Vogelbeere ist mit einer durchschnittlichen Höhe von bis zu 15 m ein eher
kleinwüchsiger Baum. In seltenen Fällen erreicht ein Vogelbeerbaum 25 m. Der
deutsche Name stammt von den orangefarbigen Beeren, die der Baum im Herbst trägt
und die gerne von Vögeln gefressen werden. Mit dem Kot der Vögel werden die
Samen weit verbreitet. Die runden Beeren haben einen Durchmesser von etwa 1
cm. Sie enthalten viel Vitamin C, wirken aber aufgrund des Gehaltes an
Parasorbinsäure abführend. Der Geschmack wird durch Äpfelsäure und
Gerbstoffe bestimmt, die dem Menschen den Verzehr der rohen Beeren trotz ihres
Zuckergehaltes von über 10% verleiden. Vor allem aus einigen Zuchtsorten
lassen sich köstliche Marmeladen bereiten. Die
Blätter sind unpaarig gefiedert und dabei etwa 15 cm lang; ein Blatt hat in
der Regel zwischen 9 und 19 Blattfiedern, die am Rand gesägt sind. Die
Eberesche blüht auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juli, die Früchte reifen
August/September.
Vorkommen
Verwendung
in der Küche Die
Beeren enthalten, neben der wenig schmackhaften Parasorbinsäure, die zu
Magenproblemen führen kann, große Mengen Vitamin C (bis zu 100 mg pro 100
Gramm Beeren) sowie Provitamin A und Sorbit, einen Zuckeraustauschstoff. Durch
Kochen wird die Parasorbinsäure zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich
ist. Gekochte Beeren können auch in größeren Mengen gegessen werden.
Regional, zum Beispiel im Bayerischen Wald und in Böhmen, wird aus den Beeren
Marmelade gekocht, die, wie Preiselbeeren, als leicht säuerliche Marmelade zu
Wildgerichten gereicht wird. Der
magenfreundliche Sechsämtertropfen, der seit mehr als hundert Jahren im
Fichtelgebirge gebrannt wird, weist als Grundstoff Vogelbeeren auf. Auch der
tschechische Ebereschenlikör, der Jarcebinka, ist eine Spezialität aus
diesen Früchten. Nicht
zu vergessen ist der Vogelbeerschnaps, der vor allem in Tirol und der
Steiermark eine lange Tradition hat. Auf Grund der arbeitsaufwändigen
Gewinnung und Verarbeitung der Beeren, und der geringen Ausbeute beim Brennen
der Maische (ca. 1,5 Liter Edelbrand pro 100 Liter Maische) ist der fertige
Edelbrand sehr selten und teuer (ca. ab 30 € pro Liter). In Hessen wird die
Vogelbeere (Eberesche) von einigen wenigen kleinen Kelterern bei der
Apfelweinherstellung verwendet, ähnlich wie der Speierling.
Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
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