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Beschreibung
Der
Goldlack ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 90
cm erreicht. Sein Stängel ist mit zweistrahligen Haaren dicht besetzt. Seine
Laubblätter stehen sowohl in grundständigen Rosetten als auch am Stängel
verteilt. Die Blattränder sind glatt bis entfernt gezähnt. Die
Blüten werden meist von März bis Mai an traubigen Blütenständen gebildet.
Die vierzähligen Blüten duften stark nach Veilchen. Die vier gelben,
orangen, roten oder bräunlichen Blütenkronblätter sind 15 bis 25 mm lang.
Die 30 bis 60 mm langen Schoten stehen auf 6 bis 15 mm langen Fruchtstielen;
die Fruchtklappen haben einen deutlichen Mittelnerv.
Biologie Der
Goldlack ist ein krautiger Chamaephyt mit grundständigen Blattrosetten, die
erst im 2. Jahr zu Blühsprossen auswachsen. Die Stängel verholzen unten. In
Kultur wird er oft zweijährig gezogen. Die
wohlriechenden Blüten sind "nektarführende Scheibenblumen" mit
intensivem Veilchenduft und stehen in Trauben. Die Blütenkrone ist durch
verschiedene Flavonole gelb bis braun (oder rötlich), bei der Wildform auch
goldgelb gefärbt. Zwei Nektarien am Grund der Staubfäden scheiden den Nektar
in die als Safthalter dienenden Kelchblattaussackungen ab. Die Narbe ist
zweilippig. Bestäubung erfolgt z. B. durch Bienen und Hummeln. Es ist ein
Nektar- und Pollenspender von besonderem Wert.
Standorte Der
Goldlack ist im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, er wird bei uns ca. seit
dem Mittelalter als Zierpflanze kultiviert und ist in kleiner gelb blühender
Form verwildert, vor allem im Umkreis alter Stadt- und Burgmauern. Er liebt nährstoff-
besonders stickstoffreichen Steinboden. Nach Heinz Ellenberg ist er eine
Lichtpflanze, mit subozeanischer Verbreitung, ein Frischezeiger, ein Basen-
und Kalkzeiger und eine Klassencharakterart wärmeliebender
Mauerkraut-Gesellschaften (Parietarietea bzw. Parietarietalia judaicae). Inhaltsstoffe,
Giftigkeit, Verwendung Die
ganze Pflanze, insbesondere die Samen, ist durch Herzglykoside giftig und außerdem
hautreizend. Hauptwirkstoff ist das Cheirotoxin. Der
Goldlack wird schon seit dem Mittelalter als Zierpflanze kultiviert, und er
wurde schon von den Minnesängern als "Gelbveiglein" besungen. Als
typische Burgenpflanze ist er sehr geeignet als Schmuck von Schichtmauern. Bei
Gartenformen sind die Blüten oft gefüllt (Staubblätter zu Kronblättern
umgebildet). Die ätherischen Öle der Blüten werden in der
Duftstoffindustrie verwendet. Als Heilpflanze wird die Art wegen ihrer
Giftigkeit kaum noch eingesetzt.
Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
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