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Rosmarin Der
Rosmarin (Rosmarinus officinalis), die einzige Art der Gattung Rosmarinus, ist
ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
(Labiatae). Der
Name Rosmarin kommt vom lateinischen ros marinus und bedeutet "Tau (ros)
des Meeres (marinus)", also "Meertau".
Beschreibung Der
immergrüne, buschig verzweigte Strauch duftet intensiv aromatisch und
erreicht eine Größe von 50 cm bis 2 Meter. Die 10-40 mm langen Blätter sind
gegenständig sitzend und schmal-linearisch. Die Ränder sind nach unten
umgerollt, oberseits tiefgrün und runzlig. Die blassblauen Blüten können das ganze Jahr über entstehen. Sie stehen in kurzen achselständigen Trauben und sind durch Sternhaar etwas filzig. Der Kelch ist glockig, zweilippig und zur Fruchtzeit deutlich größer. Die Oberlippe ist zweiteilig, die Unterlippe dreilappig mit großen Mittellappen. Die zwei Staubblätter ragen weit aus der Blüte hervor. Vorkommen Die
Pflanze wächst im Mittelmeerraum wild, insbesondere in Küstenregionen
(Portugal bis Kleinasien, auch am Schwarzen Meer). Rosmarin bevorzugt daher
auch einen sonnigen, trockenen Standort. Sie ist typisch für den Buschbewuchs
von Macchien und Garigues. Wird häufig als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert. Verwendung als Duftpflanze Rosmarin
hat einen sehr intensiven, aromatischen Geruch und einen harzigen, leicht
bitteren Geschmack, der etwas an Kampfer und Eukalyptus erinnert. Er wurde
aufgrund seines ähnlichen Geruches auch als Ersatz für Weihrauch verwandt. Rosmarin
war Bestandteil eines der ersten destillierten Parfüme, bei dem ätherisches
Öl mit Alkohol kombiniert wird. Die Mischung wurde 1370 registriert und hieß
nach der Königin Elisabeth von Ungarn (*1305) "Ungarisches Wasser".
Nach einer Legende versicherte der Einsiedler, der der Königin das Duftwasser
überreichte, es werde ihre Schönheit bis zu ihrem Tode bewahren. Kölnisch Wasser enthält nach wie vor Rosmarinöl. Verwendung in der Küche Rosmarin
fand seine Verwendung zuerst in religiösen Kulten und in Mitteln der
Apotheker, bevor es in der Küche Einzug hielt. Es passt hervorragend zu
Fleisch oder Kartoffeln. Der belgische Spitzenkoch Souvereyns schätzt vor
allem die Mischung von Apfel und Rosmarin. Apfelgelee lässt sich
beispielsweise mit Rosmarin aromatisieren. Rosmarin
ist in der mediterranen Küche (vor allem in Italien und der Provence) ein
wichtiges Gewürz. Rosmarin
wird oder wurde zeitweilig auch als Bitterstoff im Bier verwendet. Heilwirkung Da
es sich bei Rosmarin um eine mediterrane Pflanze handelt, sollte man annehmen,
dass bereits die Griechen und Römer ihn als Heilkraut benutzt hätten. Das
scheint nicht zuzutreffen, denn nur Dioskurides bringt einen Hinweis, dass
"Rosmarin eine erwärmende Kraft habe." In
der antiken Kultur dagegen hat der Rosmarin als eine den Göttern,
insbesondere der Aphrodite, geweihte Pflanze eine große Rolle gespielt. In
der Naturheilkunde wird Rosmarin innerlich als Tee zur Kreislaufanregung und
gegen Blähungen verwendet. Rosmarin wirkt anregend auf Kreislauf und Nerven
und soll besonders beim so genannten "Altersherz" durch milde
Unterstützung und Stärkung wirken. Rosmarin fördert auch die Tätigkeit der
Verdauungsdrüsen und hilft so bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen. Äußerlich
wirkt Rosmarin durchblutungssteigernd und wird daher zu Bädern sowohl bei
Kreislaufschwäche, Durchblutungsstörungen als auch bei Gicht und Rheuma
(beispielsweise als Rosmarinspiritus) gebraucht. Rosmarinöl
hat eine stark antiseptische Wirkung, die das 5,4-fache von Karbolsäure
(Phenol) beträgt. Auch
im Pflanzenbereich hat Rosmarin als Tee aufgebrüht eine antimykotische
Wirkung auf verschiedene Schadpilze und lässt sich somit als hauseigenes
Pflanzenschutz/-stärkungsmittel einsetzen
Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
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