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Salbei

  Der Echte Salbei (Salvia officinalis), auch Küchensalbei oder Heilsalbei genannt, ist ein bis 80 Zentimeter hoher Halbstrauch. Die immergrüne Gewürz- und Heilpflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile in ganz Europa verbreitet.

Salbei_Salvia_Officinalis_Blüte

Beschreibung

Der Echte Salbei ist ein bis zu 60 cm hoch wachsender, ausdauernder, in den unteren Teilen verholzender Halbstrauch mit vielen, filzig behaarten Seitenästen. Die länglichen, gestielten Blätter sind unterseits weißfilzig behaart. Die jungen Blätter auch auf der Blattoberseite behaart. Die meist blauvioletten Blüten sind als 5- bis 10-blütige Scheinquirle angeordnet.

  Inhaltsstoffe

 Die Hauptwirkstoffe sind die ätherischen Öle Thujon und Cineol, Gerbstoffe sowie Bitterstoffe.

  Verwendung in der Küche

Die Verwendung von Salbei als Heilmittel hat eine lange Tradition; Als Gewürz hielt er erst im Mittelalter Einzug in unsere Küche, geriet jedoch rasch in den Ruf zu den Kräutern zu gehören, die das Ranzigwerden von Fetten verhindern.

Salbei riecht aromatisch und schmeckt würzig, bitter und adstringierend. Das Gewürz wird für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse benutzt. Besonders zu fetten Speisen passt Salbei gut, denn er fördert die Bekömmlichkeit schwerer Kost. Salbei gehört zu den wenigen Kräutern, die sich auch getrocknet gut verwenden lassen.

In ganz Deutschland sind Salbeiküchlein ein klassisches Gebäck für die Kirchweih oder Kirmes, was auf ihren angeblichen Schutz vor Rausch zurückgeht.

 

Verwendung in der Heilkunde

Während der großen Pestepidemie von Toulouse im Jahre 1630 begannen Diebe ohne Furcht vor Ansteckung die Leichname auszuplündern. Sie wurden gefasst und die Ratsherren schenkten ihnen für die Preisgabe ihres Geheimnisses das Leben. Sie verwendeten in Essig eingelegten Salbei und ein wenig andere Zutaten wie Thymian, Lavendel und Rosmarin. Zum Schutz vor der Pest rieben sie sich damit den ganzen Körper ein. Ein Jahrhundert später in Marseille bewährte sich diese Methode, als andere Gauner diesem Beispiel folgten.

Salbei gehört seit langem auch zu den Mitteln, die Schwangeren helfen sollten. So empfahl die berühmte Londoner Hebamme Mrs. Jane Shapr in ihrem 1671 erschienen Geburtshandbuch The Midwives Book, Or the Whole Art of Midwifery Discovered, dass eine Schwangere jeden Morgen ihren Körper mit einem mit Salbei gewürzten Ale stärken solle. Auch Hippokrates verwendete Salbei als Uterus-Heilmittel.

Das ätherische Öl ist aufgrund seines hohen Thujon-Anteiles abortiv.

Die Ärzte und Heilkundigen des Mittelalters schätzten den Salbei jedoch auch aus anderen Gründen. Paracelsus, Hildegard von Bingen, Lonicerus und Matthiolus verwendeten ihn bei akutem Fieber, Harnwegsleiden, Koliken, Erkältungen und Zahnschmerzen. Dem Salbei sagte man eine desinfizierende und konservierende Wirkung nach. So wurden die Zimmer, in denen sich Schwerkranke aufhielten, dadurch gereinigt, dass man Salbeiblätter auf Kohle verbrannte.

Vom Salbei ist heute allgemein bekannt, dass er bakterien- und entzündungshemmend sowie zusammenziehend wirkt. Dementsprechend wird er als Gurgelmittel bei Halsentzündungen und als schweißhemmendes Mittel eingesetzt. Die Blätter kann man außerdem kauen oder in getrockneter Form zu Tee aufbrühen. In beiden Darreichungsformen sind sie ein gutes Mittel gegen Halsschmerzen. Die Inhaltsstoffe des Heilsalbeis wirken im Allgemeinen sekretionsfördernd, antibakteriell, entzündungshemmend und unterstützen die Funktion des Nervensystems. Der Salbei-Tee kann bei übermäßigem Verzehr den Magen etwas angreifen und zu vorübergehendem Völlegefühl und Magenschmerzen führen.

Salbei gehört zu den Pflanzen, die man nicht über längere Zeit in hoher Dosis einnehmen sollte. Stillende Mütter sollten Salbeitee trinken, um einen Milchstau oder übermäßigen Milchfluss zu behandeln.

                         Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation

  Salbei Salvia officinalis Strauch

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