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Salbei
Beschreibung
Der Echte Salbei ist ein bis zu 60 cm
hoch wachsender, ausdauernder, in den unteren Teilen verholzender Halbstrauch
mit vielen, filzig behaarten Seitenästen. Die länglichen, gestielten Blätter
sind unterseits weißfilzig behaart. Die jungen Blätter auch auf der
Blattoberseite behaart. Die meist blauvioletten Blüten sind als 5- bis 10-blütige
Scheinquirle angeordnet. Die
Hauptwirkstoffe sind die ätherischen Öle Thujon und Cineol, Gerbstoffe sowie
Bitterstoffe. Die
Verwendung von Salbei als Heilmittel hat eine lange Tradition; Als Gewürz
hielt er erst im Mittelalter Einzug in unsere Küche, geriet jedoch rasch in
den Ruf zu den Kräutern zu gehören, die das Ranzigwerden von Fetten
verhindern. Salbei
riecht aromatisch und schmeckt würzig, bitter und adstringierend. Das Gewürz
wird für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse
benutzt. Besonders zu fetten Speisen passt Salbei gut, denn er fördert die
Bekömmlichkeit schwerer Kost. Salbei gehört zu den wenigen Kräutern, die
sich auch getrocknet gut verwenden lassen. In
ganz Deutschland sind Salbeiküchlein ein klassisches Gebäck für die
Kirchweih oder Kirmes, was auf ihren angeblichen Schutz vor Rausch zurückgeht.
Während
der großen Pestepidemie von Toulouse im Jahre 1630 begannen Diebe ohne Furcht
vor Ansteckung die Leichname auszuplündern. Sie wurden gefasst und die
Ratsherren schenkten ihnen für die Preisgabe ihres Geheimnisses das Leben.
Sie verwendeten in Essig eingelegten Salbei und ein wenig andere Zutaten wie
Thymian, Lavendel und Rosmarin. Zum Schutz vor der Pest rieben sie sich damit
den ganzen Körper ein. Ein Jahrhundert später in Marseille bewährte sich
diese Methode, als andere Gauner diesem Beispiel folgten. Salbei
gehört seit langem auch zu den Mitteln, die Schwangeren helfen sollten. So
empfahl die berühmte Londoner Hebamme Mrs. Jane Shapr in ihrem 1671
erschienen Geburtshandbuch The Midwives Book, Or the Whole Art of Midwifery
Discovered, dass eine Schwangere jeden Morgen ihren Körper mit einem mit
Salbei gewürzten Ale stärken solle. Auch Hippokrates verwendete Salbei als
Uterus-Heilmittel. Das
ätherische Öl ist aufgrund seines hohen Thujon-Anteiles abortiv. Die
Ärzte und Heilkundigen des Mittelalters schätzten den Salbei jedoch auch aus
anderen Gründen. Paracelsus, Hildegard von Bingen, Lonicerus und Matthiolus
verwendeten ihn bei akutem Fieber, Harnwegsleiden, Koliken, Erkältungen und
Zahnschmerzen. Dem Salbei sagte man eine desinfizierende und konservierende
Wirkung nach. So wurden die Zimmer, in denen sich Schwerkranke aufhielten,
dadurch gereinigt, dass man Salbeiblätter auf Kohle verbrannte. Vom
Salbei ist heute allgemein bekannt, dass er bakterien- und entzündungshemmend
sowie zusammenziehend wirkt. Dementsprechend wird er als Gurgelmittel bei
Halsentzündungen und als schweißhemmendes Mittel eingesetzt. Die Blätter
kann man außerdem kauen oder in getrockneter Form zu Tee aufbrühen. In
beiden Darreichungsformen sind sie ein gutes Mittel gegen Halsschmerzen. Die
Inhaltsstoffe des Heilsalbeis wirken im Allgemeinen sekretionsfördernd,
antibakteriell, entzündungshemmend und unterstützen die Funktion des
Nervensystems. Der Salbei-Tee kann bei übermäßigem Verzehr den Magen etwas
angreifen und zu vorübergehendem Völlegefühl und Magenschmerzen führen. Salbei
gehört zu den Pflanzen, die man nicht über längere Zeit in hoher Dosis
einnehmen sollte. Stillende Mütter sollten Salbeitee trinken, um einen
Milchstau oder übermäßigen Milchfluss zu behandeln.
Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
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