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Holunder
Der Holunder (Sambucus),
in Österreich und Bayern Holler, in der Schweiz und in Vorarlberg Holder,
veraltet auch Flieder (heute noch in Norddeutschland und Holland) ist eine
Gattung aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Sie enthält
insgesamt 25 Arten und kommt in Mitteleuropa in drei Arten vor, von denen die
bekannteste der Schwarze Holunder ist.
Beschreibung Holunder
bilden meist zwischen ein und fünfzehn Meter große, rasch wachsende Sträucher,
die mit zunehmender Größe zu Bäumen mit bis zu 40 cm starken Stämmen
werden. Ihr Wuchs ist meist krumm, die Krone, gleichgültig ob beim Strauch
oder beim Baum, meist sehr ungleichmäßig entwickelt, lappig und häufig
durch äußere Einwirkungen einseitig. Das helle Holz des Holunders weist
kleine, dunkle Punkte auf. Die Laubblätter sind gefiedert. Die
zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten stehen in flachen, Schirmrispedoldenähnlichen
Blütenständen. Die weißen bis gelben Kronblätter sind verwachsen. Es
werden meist dunkle, gelegentlich rote Früchte gebildet. Bei Holunder gibt es
neben dem schwarzen Holunder auch den roten Holunder und den gelben oder auch
weißen Holunder. Bei letzterem handelt es sich um die Varietät Sambucus
nigra var. albitida. Deren Saft schmeckt laut Angaben entsprechender Literatur
ebenfalls fruchtig, ihm fehlt jedoch der typische Holundergeruch. Als
Farbstoff fehlt den Beeren das Sambucyanin, diesem Farbstoff werden
antioxidative Wirkungen nachgesagt, sprich: ganz so "gesund" wie der
schwarze Holunder ist der weiße Holunder nicht. Die
momentan wichtigste Holundersorte ist die Sorte "Haschberg", gezüchtet
an der Höheren Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau (Ö).
Sie zeichnet sich durch ihre Robustheit und ihre guten Fruchteigenschaften
aus.
Holunder
kann vielseitig verwendet werden: So können aus den Beeren Marmeladen, Saft,
Edelbrände und Nektare gewonnen werden. Die Blüten können zu Sirup
weiterverarbeitet oder in den Gastronomie verwendet werden (Hollerstrauben).
Aufgrund ihres hohen Phenolgehaltes haben Holunderbeeren sehr gute diätische
Eigenschaften und werden daher sowohl als Hausmittel als auch in der
Pharmaindustrie eingesetzt. Die größten Mengen werden jedoch für die
Farbstoffindustrie aufgewandt. *
Holundersaft wird in der Getränkeindustrie teils ohne Zusätze, meist jedoch
wegen der ergiebigen Farbe zusammen mit anderen Säften zu Süßmost
verarbeitet; bei der Ernte ist darauf zu achten, dass keine unreifen Beeren
und Laubbestandteile mit verarbeitet werden. Unreife Beeren und grüne
Pflanzenbestandteile enthalten das giftige, zum Erbrechen reizende Glykosid
Sambunigrin. *
Holundersaft eignet sich auch hervorragend zur Schnapsherstellung. Hierbei
wird der durch Kochen und Stampfen gewonnene Saft im Verhältnis 2:1 mit Korn
oder Wodka aufgesetzt und nach ca. 2-3 Monaten kühler und dunkler Lagerung
nach Belieben mit Zucker abgeschmeckt (Likör) oder mit reinem Alkohol
versetzt (Schnaps). *
Die Blütendolden können im Frühjahr auch als Nahrung dienen. Gebackene
Hollerkrapfen: 8 bis 10 schöne große Holunderblüten, 1/4 l Weißwein oder
Most, 200 g Mehl, 1 EL Öl, 4 Eier, eine Prise Salz, 2 bis 3 EL
Kristallzucker, Öl zum Backen, Zimtpulver und Staubzucker zum Bestreuen. Wein
oder Most mit Mehl, Eidotter, Öl und Salz gut verrühren. Eiklar mit
Kristallzucker zu steifem Schnee schlagen und unter den Teig ziehen. Die
vorbereiteten Holunderblüten am Stiel halten und in den vorbereiteten
Backteig tauchen. In einer Pfanne Öl erhitzen und die in Backteig getauchten
Blüten darin goldgelb backen. Die gebackenen Hollerkrapfen abtropfen lassen
und wenn gewünscht vor dem Servieren mit einem Zimt-Zuckergemisch bestreuen. * Holundersuppe ist im Erzgebirge sehr beliebt. Die Beeren werden abgestreift und in reichlich Wasser 1/2 Stunde gekocht. Danach die Beeren von der Flüssigkeit trennen. In den Saft gibt man Zucker, Nelken, Zimtrinde, Zitronenschale und Salz. Das ganze aufkochen, mit Stärkemehl binden, mit Eigelb abziehen und abschmecken mit z.B. Rotwein, Obstsaft, Sahne oder Milch. Dazu geröstete Semmelwürfel oder Zwieback. Als Heilmittel Der
Holunder war als Heilmittel gern gen *
Holunderblütentee als blutreinigend und schweißtreibend, gelinde
krampfstillend, Blähungen abführend. *
Holunderblütensirup hat die gleichen Wirkstoffe wie Tee. 2 Liter Wasser, 2 Kg
Zucker, 50 g Zitronensäure und in den Sirup 2 Handvoll Blüten für 8 Std.
bis 4 Tage (je länger desto mehr Aroma) einlegen, dann durch ein Tuch in
Flaschen füllen. Kühl und dunkel lagern. *
Holunderbeeren gekocht regen den Stoffwechsel an und wirken gegen Rheuma und
Ischias. *
Holundermus ist durchaus stuhlfördernd, ebenso die ersten Frühlingssprossen
im Salat (nimmt man zu viel, muss man mit Durchfall und Erbrechen rechnen - grüne
Pflanzenbestandteile enthalten das giftige, zum Erbrechen reizende Glykosid
Sambunigrin). * Holunderblätter, zerquetscht aufgelegt, lindern Sonnenbrand, andere leichte Verbrennungen, Bienen- und Wespenstiche, oder auch verbrannte Haut durch Brennnesseln und in Milch aufgekocht auch entzündete und schmerzhafte Hämorrhoiden. Als Tee wirken sie blutreinigend.
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